Inklusion an der KGS Schwarmstedt

Chancen und Herausforderungen

Die Gesamtschule als solches ist der Ort, an dem Inklusion gelingen kann und muss. Die bisherigen Erfahrungen verschiedenster Schulen haben gezeigt, dass es nicht am Engagement, an der Kompetenz und dem Kooperationswillen der Lehrkräfte mangelt. Inklusion an Gesamtschulen muss aber weiter gehen als die bisherige Mangelverwaltung.

Die KGS Schwarmstedt hat sich auf den Weg gemacht.

Unsere Schule möchte, kann und muss eine Schule für alle sein – dazu gehören Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Schichten, Religionen, Herkunftsländern und mit unterschiedlichsten geistigen und körperlichen Fähigkeiten.

Ebenso kann Inklusion aber nicht bei den Schülerinnen und Schülern aufhören, sondern muss bei den Lehrkräften und Mitarbeitern der Schule weiter gehen.

Bereits auf der Gesamtkonferenz vom 10.02.2014 wurde eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema eingerichtet - die „Steuergruppe Inklusion“.

Sie besteht aus ca. 20 Mitgliedern. Es nehmen sowohl Lehrkräfte und Schulleitungsmitglieder der KGS Schwarmstedt, Förderschullehrkräfte, Schulbegleitungen als auch Lehrkräfte der benachbarten Grundschule Schwarmstedt teil.

Hauptanliegen ist es - unter den bestehenden oft schwierigen Rahmenbedingungen - einen Weg zu finden, die Chancen und Herausforderungen von Inklusion an unserer Schule sinnvoll zu nutzen.

Schüler und Schülerinnen mit Unterstützungsbedarf sollen an unserer Schule möglichst optimal betreut, unterstützt und unterrichtet werden.

Für Lehrkräfte sollen Wege gefunden werden, die höhere Arbeitsbelastung - unter Hinzuziehung verschiedener Unterstützungssysteme - meistern zu können.

Auch an den schulischen Rahmenbedingungen (z.B. den Klassengrößen) wird sich zukünftig etwas ändern müssen, um diesem Unterfangen wirklich gerecht werden zu können.

An der KGS Schwarmstedt werden bereits Schülerinnen und Schüler mit dem Unterstützungsbedarf HÖREN, SEHEN, SPRACHE, KÖRPERLICH-MOTORISCH, EMOTIONAL-SOZIAL sowie LERNEN unterrichtet.

Zusätzliche Unterstützung steht diesen Kindern - aber auch den unterrichtenden Lehrkräften - durch die Lehrkräfte der angrenzenden Förderschule unter der Leitung von Herrn Will zu. Es finden hier Beratungsgespräche, Hospitationen und Überprüfungen statt.

Darüber hinaus dienen die Mobilen Dienste der Unterstützung und Beratung aller Beteiligten. Sie stellen bei Bedarf benötigte Hilfsmittel zur Verfügung oder helfen bei der Anbahnung eventuell notwendiger außerschulischer Förderung.

Außerdem sind mittlerweile mehrere Schulbegleitungen Teil unseres Kollegiums. Diese können von Erziehungsberechtigten, aber auch auf Veranlassung der Schule selbst, beantragt werden, wenn Schüler eine engere persönliche Begleitung im Schul- und Unterrichtsalltag benötigen. Die Schulbegleitungen stellen ein sinnvolles Bindeglied zwischen Schule, Elternhaus und Schüler dar. Die Zuständigkeiten liegen hier bei dem jeweiligen Träger, beim Landkreis und dem zuständigen Jugendamt.

Auch die Schülerinnen und Schüler mit sog. Lernschwierigkeiten wie LRS / Legasthenie, Dyskalkulie, ADS / ADHS finden Berücksichtigung, und auch hier ist ein verstärkter Austausch mit der Förderschule gewünscht.

Der Begriff des Nachteilsausgleichs ist im Zuge dieser heterogenen Lerngruppen immer gängiger geworden und gehört mittlerweile zum Schulalltag. Nachteilsausgleich bedeutet - wie der Name schon verrät - Ausgleich eines Nachteils.

Die Schülerin / der Schüler wird zielgleich unterrichtet, und der tatsächliche Leistungsanspruch darf nicht verringert werden. Der Nachteilsausgleich stellt also keine – wie noch häufig falsch verstanden – Bevorzugung dar.

Der Nachteilsausgleich ist eine pädagogische Entscheidung in erster Linie der Lehrkräfte (je nach Situation in Zusammenarbeit mit Fachleuten der außerschulischen Förderung und den Erziehungsberechtigten). Über den Nachteilsausgleich wird in der Klassenkonferenz entschieden.

An unserer Schule arbeiten darüber hinaus seit Jahren Sozialpädagogen.

Die Schule selbst hat Lehrkräfte zu Mediatoren ausgebildet. Es gibt Vertrauenslehrer und Beratungslehrer.

Zusätzliche konkrete Maßnahmen an unserer Schule sind - um nur zwei Dinge zu nennen - die Einführung des Pausen-Paten-Systems sowie ein enger rechtzeitiger Austausch mit den umliegenden Grundschulen.

 

Der Großraum Schwarmstedt bietet ebenfalls zahlreiche private zusätzliche Unterstützungsmöglichkeiten für Erziehungsberechtigte und deren Kinder, so z.B. die kinder-und jugendpsychiatrische Praxis von Frau Kühler und die lerntherapeutische Praxis von Frau Heitmüller.

Zwei Sprachlernklassen wurden ins Leben gerufen, um Schülerinnen und Schülern mit Deutsch als Zweitsprache einen zunächst noch geschützten Raum zu bieten, wo möglichst schnell die deutsche Sprache erlernt werden kann, um dann am Unterricht der entsprechenden Regelklassen teilnehmen zu können.

Alle verfolgen das Ziel, dass sich jeder an unserer Schule willkommen fühlt und mit seinen ganz individuellen Problemen ernst genommen wird.

Sowohl die Klassenlehrkräfte als auch die Fachlehrkräfte unserer Schule sind sich bewusst, dass Altbewährtes - wie transparente Regeln und Rituale, eine klare Strukturierung des Unterrichts, das Sozialklima innerhalb einer Klasse - in Zeiten immer heterogener werdender Klassen - noch an Bedeutung gewinnt und ein sicheres Fundament bietet.

Uns allen – egal ob Lehrkraft, Erziehungsberechtigte, Schulbegleitung oder Lerntherapeut – uns allen liegt das Wohl der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen am Herzen; daher sollten wir uns um eine gute Zusammenarbeit bemühen, weiter für Verbesserungen kämpfen, uns aber auch eingestehen, wenn wir an Grenzen stoßen.

Steuergruppe Inklusion

Kristina Peper                                                                                                         August 2016

 

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